In Europa werden monatlich etwa 3,3 Millionen gebrauchte Fahrzeuge verkauft. Dem gegenüber stehen etwa 1,6 Millionen verkaufte Neufahrzeuge im gleichen Zeitraum. Gebrauchte Fahrzeuge bieten einen entscheidenden Vorteil: Sie sind sehr viel preisgünstiger als ein fabrikneues Gefährt. Da Autos eine kostspielige Anschaffung darstellen, sind sie auf Langlebigkeit ausgerichtet. Daher kann man auch beim Kauf eines Gebrauchten erwarten, dass dieser noch einige Jahre fahrtüchtig sein wird. Natürlich hängt dies auch bei Fahrzeugen aus zweiter Hand vom Baujahr und Preis ab. Kauft man sich etwa einen Kleinwagen für unter tausend Euro, sollte man nicht allzu überrascht sein, wenn schon bald eine Reparatur ansteht, die im schlimmsten Falle teurer sein kann als der Einkaufspreis des Wagens.
Wie bei allen teureren Anschaffungen gibt es auch beim Kauf eines Gebrauchtfahrzeuges eine ganze Menge zu beachten. Für welchen Zweck wird das Auto benötigt? Will man damit überwiegend lange Strecken zurücklegen oder es vornehmlich in der Stadt nutzen? Wie erkennt man, in welchem Zustand sich ein gebrauchtes Auto unter der glänzenden Oberfläche befindet? Kennt man sich auf diesem Gebiet nicht aus, ist es ratsam, einen Kfz-Sachverständigen einzuschalten, der eine professionelle Fahrzeugbewertung durchführen kann. Laien übersehen oft wesentliche Verschleißerscheinungen, die nicht gleich auf den ersten Blick ersichtlich sind. Technische Überwachungsvereine geben jährlich eine Mängelstatistik heraus, auf der die am häufigsten auftretenden Mängel aufgeführt werden. So ergab die jüngste Erhebung im Jahr 2010, dass hierzulande jedes fünfte Fahrzeug mit nicht unerheblichen Mängeln unterwegs ist.
Hilfreich ist es, sich zuvor eine Liste zu erstellen, auf der wichtige Punkte, die es zu beachten gilt, aufgeführt werden. Welches Baujahr hat das Auto, wann steht die nächste Abgas-, wann die Hauptuntersuchung an? Für einen Gebrauchtwagen sollte sich der Käufer sämtliche Rechnungen für alle bisher durchgeführten Wartungsarbeiten in Kopie aushändigen lassen. Viele Kaufwillige werfen zunächst einen Blick auf die Tachometeranzeige, um die Laufleistung des Wagens zu ermitteln. Doch Vorsicht: Manchmal sind Tachometer manipuliert. Wie viele Kilometer im Schnitt pro Monat gefahren wurden, kann man anhand der eingetragenen Kilometerstände auf Prüfbelegen technischer Überwachungsvereine, Ölwechsel-Anhängern und Reparatur- und Wartungsrechnungen ermitteln. Die daraus resultierende Summe lässt sich mit der auf der Tachoanzeige vergleichen.
Die Probefahrt ist unerlässliche Pflicht. Auf verschiedenen Straßenbelägen lassen sich etwaige beunruhigende Geräusche des Fahrwerkes und die Handhabung der Lenkung überprüfen. Auch die Bremsen, Beleuchtung und Elektrik sind vielleicht nicht in einem einwandfreien Zustand und bedürfen einer eingehenden Prüfung.
© Sigtrix – Fotolia.com


Anzeige
Anzeige