Jugendliche waren immer stolz und glücklich, wenn sie die Fahrprüfung bestanden hatten und endlich ihren Führerschein bekamen. Das war früher so, und das ist auch heute noch so. Und wer einen Führerschein hat, der will Auto fahren. Das erste Auto, das man als Fahranfänger in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fuhr, war häufig ein VW Käfer – oft auch ein Opel Kadett. Und wer zu der Zeit in einem Mehrfamilienhaus wohnte, brauchte nicht viel Glück, um einen Nachbarn beobachten zu können, der alle zwei bis drei Jahre einem neuen Opel Rekord vor dem Haus parkte. Heute parken die Nachbarn, wenn sie einen Parkplatz finden, ihre Klein-, Kompakt-, Mittelklasse- oder sonstigen Wagen vor dem Haus. Die Zeiten haben sich geändert. Der Parkraum ist knapper geworden, weil es immer mehr Autos gibt. Aber immer weniger aus dem Hause Opel. Was ist passiert? Zunächst wurde aus dem Opel Kadett der Opel Astra. Und aus dem Opel Rekord wurde der Opel Omega. Opel Automobile hatten zwar immer ein bisschen das Image des Spießigen, aber sie galten als zuverlässig, langlebig und solide. Dennoch sind die Umsätze von Opel rückläufig. Opel fordert von GM eine andere Modellpolitik. Aber GM reagiert nicht und macht auch auf dem amerikanischen Markt Fehler – die Autoverkäufe brechen dort sogar dramatisch ein. Wir wissen alle, wie die Opel-Geschichte weitergeht.
Es ist bekannt, dass es in der Automobilproduktion weltweit enorme Überkapazitäten gibt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass bei der Automarke die Umsätze einbrechen, die schon seit längerem an Marktakzeptanz verliert. Trotzdem will man Opel erhalten. Es beginnt ein Ringen um Opels Rettung, die Loslösung von GM und den Opel Verkauf. Die Bundesregierung und auch GM stimmten nach langen Verhandlungen einem Opel Verkauf an Magna zu. Alles schien klar zu sein. Anfang November kam die Kehrtwende von GM. Der Mutterkonzern teilt der überraschten Öffentlichkeit mit, Opel doch zu behalten. GM plant eine Gesundung von Opel auf dem europäischen Automobilmarkt.
Welch ein Hin und Her! Bleibt nur noch, dem Konzern das Beste für die Zukunft zu wünschen.


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